21.05.2026/

/ KRITIS Yard Management

Yard Management für KRITIS-Unternehmen

Durch das KRITIS-Dachgesetz haben sich unter anderem die Regeln für Zutrittskontrollen in KRITIS-Unternehmen verschärft.

LKW an der Laderampe. Hier ist gutes Yard Management gefragt. Bei KRITIS Unternehmen muss dabei besonders auf die Sicherheit Wert gelegt werden.

Viele Firmen denken dabei zunächst an mehr Sicherheit für besonders sensible Bereiche wie Serverräume oder an die einer intelligenten, digitalen Pforte für Besucher und Fremdfirmen. Solche Maßnahmen sind richtig und wichtig – und VISIT unterstützt Unternehmen gerne bei Planung und Umsetzung.

Oft übersehen Betriebe jedoch einen besonders kritischen Bereich: die Zufahrt zum Gelände. Das Hofmanagement und der Zugang zu Laderampen – häufig als Dock- and Yard-Management bezeichnet – stellen eine potenzielle Schwachstelle dar. Dieses Thema betrifft nicht nur KRITIS Unternehmen aus der Logistikbranche, sondern beispielsweise auch Lebensmittelhändler, Pharma-Unternehmen oder Industriebetriebe mit größeren Lager- und Umschlagflächen.

Worum geht es beim KRITIS-Dachgesetz?

Das KRITIS-Dachgesetz dient der Umsetzung der EU-Richtlinie CER (Critical Entities Resilience, EU 2022/2557) in nationales Recht und stärkt die Resilienz kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Es definiert, welche Einrichtungen als KRITIS-Unternehmen gelten, und formuliert verbindliche Anforderungen an deren physische Sicherheit – etwa im Hinblick auf Schutzmaßnahmen, Risikobewertungen und Notfallvorsorge. Dazu gehört neben Zutrittskontrollen beispielsweise auch der Schutz vor Naturgefahren oder Sabotage.

Während das KRITIS-Dachgesetz insbesondere die physische Sicherheit und Resilienz kritischer Einrichtungen adressiert, verfolgt die europäische Richtlinie NIS2 einen anderen Schwerpunkt: Sie stellt Anforderungen an die Cybersicherheit und IT-Risikosteuerung von Unternehmen und Organisationen. Viele Unternehmen werden künftig von beiden Regelwerken betroffen sein – jedoch mit unterschiedlichen Anforderungen und Schwerpunkten.

Betroffen sind durch das KRITIS-Dachgesetz insbesondere Unternehmen der Grundversorgung, etwa in den Bereichen Energie, Wasser, Verkehr & Logistik, Lebensmittelversorgung oder Pharma. In der Regel liegt die Schwelle bei einer Versorgung von etwa 500.000 Personen. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit systemrelevanter Dienstleistungen nachhaltig zu stärken und die physische Widerstandsfähigkeit dieser Organisationen zu erhöhen.

KRITIS-Dachgesetz und Yard Management

Yard Management bezeichnet die digitale Steuerung und Koordination aller logistischen Abläufe auf dem Werksgelände. Dazu zählen insbesondere:

  • Planung und Abwicklung von Lkw-Anlieferungen und -Abholungen
  • Steuerung von Zufahrten, Toren und Rampen
  • transparente Dokumentation von Bewegungen und Standzeiten

Fällt das Yard Management-System aus, kommt in vielen KRITIS-Betrieben der Warenfluss schnell zum Stillstand. Gleichzeitig ist dieser Bereich ein zentraler Zugangspunkt zum Betriebsgelände.

Zum Dock- und Yard-Management gehören daher auch:

  • Registrierung und Prüfung von Lkw-Fahrern
  • Verwaltung von Fremdfirmen und Besuchern
  • Steuerung und Dokumentation von Zufahrten
  • Zugangskontrollen zu sensiblen Bereichen

Damit wird deutlich: Ein professionelles Yard Management ist nicht nur ein logistisches Werkzeug, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der physischen Sicherheitsarchitektur eines Unternehmens.

Sicherheitsanforderungen und Stand der Technik

Weder das KRITIS-Dachgesetz noch die NIS2-Richtlinie machen konkrete Vorgaben, wie Yard Management-Systeme technisch umgesetzt werden müssen. Gefordert wird vielmehr ein Sicherheitsniveau nach dem „Stand der Technik“.

Für die Praxis bedeutet das beispielsweise:

  • nachvollziehbare und sichere Zugangskontrollen
  • transparente Dokumentation von Zutritten und Zufahrten
  • Identitätsprüfung mittels Personalausweis oder Reisepass
  • Schutz der zugrunde liegenden IT-Systeme
  • revisionssichere Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse

Ein mögliches Fundament bilden dabei Sicherheitsstandards wie ISO 27001-konforme Zutrittskontrollen, die strukturierte Anforderungen an Informationssicherheitsmanagement definieren. ASTRUM IT erfüllt diese Anforderungen mit entsprechenden Zertifizierungen und langjähriger Erfahrung in regulierten Branchen.

Digitale Voranmeldung und Dokumentation

Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, unangemeldeten Lkw erst gar nicht auf das Werksgelände zu lassen. Durch eine digitale Voranmeldung können Fahrer bereits im Voraus registriert und geprüft werden. Auch Sicherheitsunterweisungen lassen sich so frühzeitig durchführen, bevor Fahrer und Fahrzeuge potenzielle Gefahrenbereiche erreichen.

Da für KRITIS-Unternehmen nach Sicherheitsvorfällen inzwischen eine Meldepflicht besteht, gewinnt außerdem die revisionssichere Dokumentation von Zutritten und Zufahrten stark an Bedeutung. Mit klassischen Besucherbüchern ist dies bei KRITIS-Betrieben kaum noch praktikabel.

Digitale Systeme ermöglichen hier eine deutlich bessere Nachvollziehbarkeit. Gleichzeitig erleichtern sie im Ernstfall auch organisatorische Abläufe, etwa bei der schnellen Erstellung von Evakuierungslisten.

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